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Der aktuelle Sternenhimmel

Der aktuelle Sternenhimmel Mai - August 2016

Sternkarte
15. Mai 3:00 MESZ
15. Juni 1:00 MESZ
15. Juli 23:00 MESZ
15. August 21:00 MESZ

Die Nächte in den Monaten Mai bis August können wunderbar mild sein und laden dazu ein, lange draußen zu bleiben und den Himmel zu beobachten. Allerdings sind sie auch recht kurz. Vom 25. Mai bis zum 18. Juli wird es – astronomisch gesehen – in Bochum gar nicht richtig dunkel. Die Sonne steht immer weniger als 18° unter dem Horizont. Ein kleiner Rest der Dämmerung ist im Norden sogar mitten in der Nacht zu sehen. Diese „Weißen Nächte“ sind weiter im Norden aber viel ausgeprägter. In unseren Breiten sind die schönsten und einprägsamsten Sternbilder auch im Sommer sichtbar!

Im Südwesten verabschieden sich die Frühjahrssternbilder von der Himmelbühne. Das bekannteste und auffälligste von ihnen ist der Löwe. Ebenfalls leicht sichtbar ist der Bärenhüter, mit lateinischem Namen Bootes genannt. Sein Hauptstern Arktur leuchtet rötlich. Der Arktur bildet das untere Ende einer drachenförmigen Figur. Nicht ganz so leicht ist es, das dritte der klassischen Frühlingssternbilder als Figur zu sehen: Von der Jungfrau fällt vor allem ihr hellster Stern Spica, die ‚Kornähre’ auf.

Unter den Sternen des Sommerhimmels ist insbesondere das Sommerdreieck leicht zu finden. Es besteht aus drei hellen Sternen, die zu drei verschiedenen Sternbildern gehören. Deneb markiert den Schwanz des Schwans, der mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Vega gehört zum kleinen, aber leicht erkennbaren Sternbild Leier, und Atair ist der Hauptstern des Adlers. Die Milchstraße verläuft durch den Adler weiter nach Süden. Knapp über dem Süd-Horizont sehen wir nur in den Sommermonaten das Zentrum der Milchstraße im Sternbild Schütze. Daneben steht der Skorpion mit dem hellen, roten Stern Antares. Dieses eigentlich auffällige Sternbild klettert bei uns aber nie komplett über den Horizont.

Mit dem Fortschreiten der Nacht gehen im Osten neue Sternbilder auf, die schon den kommenden Herbst ankündigen. Am auffälligsten ist der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein fast perfektes Quadrat aus gleich hellen Sternen.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen.

Der rote Mars, unser äußerer Nachbarplanet, steht Ende Mai der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber - man sagt, er steht in "Opposition" zur Sonne. Dann ist er die gesamte Nacht zu sehen, steht allerdings weit südlich im Sternbild Skorpion. Der Mars wandert dann zunächst vor den Fixsternen nach Westen in das Sternbild Waage, kehrt Ende Juni seine Bewegungsrichtung um und erreicht Anfang August wieder den Skorpion. Anfang September wechselt er in den Schlangenträger. Dann ist er nur noch in der ersten Nachthälfte zu sehen. Unsere Sternkarte zeigt diese Bewegung über vier Monate hinweg.

Der Ringplanet Saturn zieht seine gemächliche Bahn im Sternbild Schlangenträger. Anfang Juni erreicht er seine Oppositionsstellung und ist Planet der ganzen (allerdings kurzen) Nacht. In den Monaten danach wird er mehr und mehr zum Objekt des Abendhimmels. Der Mars überholt den Saturn in der zweiten Augusthälfte am Himmel. Von allen mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten ist der Saturn am weitesten entfernt, zehnmal weiter weg von der Sonne als die Erde.

Der Riesenplanet Jupiter wandert durch den Löwen. Er ist bis Anfang August am Abendhimmel sichtbar.

Die innere Erdnachbarin Venus schließlich taucht erst Ende August tief im Westen im Sternbild Jungfrau am Abendhimmel auf.