Der aktuelle Sternenhimmel

15. Mai 3:00 MESZ
15. Juni 1:00 MESZ
15. Juli 23:00 MESZ
15. August 21:00 MESZ
15. September 19:00 MESZ

Sternkarte


Die Nächte in den Monaten Mai bis September können wunderbar mild sein und laden dazu ein, lange draußen zu bleiben und den Himmel zu beobachten. Allerdings sind sie auch recht kurz. Vom 25. Mai bis zum 18. Juli wird es – astronomisch gesehen – im Ruhrgebiet gar nicht richtig dunkel. Die Sonne steht nie tiefer als 18° unter dem Horizont. Ein kleiner Rest der Dämmerung ist im Norden sogar mitten in der Nacht zu sehen. Diese „Weißen Nächte“ sind weiter im Norden aber viel ausgeprägter. In unseren Breiten sind die schönsten und einprägsamsten Sternbilder auch im Sommer sichtbar!

Im Südwesten verabschieden sich die Frühjahrssternbilder von der Himmelbühne.  Das bekannteste und auffälligste von ihnen ist der Löwe. Ebenfalls leicht sichtbar ist der Bärenhüter, mit lateinischem Namen Bootes genannt. Sein Hauptstern Arktur leuchtet rötlich. Der Arktur bildet das untere Ende einer drachenförmigen Figur. Nicht ganz so leicht ist es, das dritte der klassischen Frühlingssternbilder als Figur zu sehen: Von der Jungfrau fällt vor allem ihr hellster Stern Spica, die ‚Kornähre’ auf.

Unter den Sternen des Sommerhimmels ist insbesondere das Sommerdreieck leicht zu finden. Es besteht aus drei hellen Sternen, die zu drei verschiedenen Sternbildern gehören. Deneb markiert den Schwanz des Schwans, der mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Vega gehört zum kleinen, aber leicht erkennbaren Sternbild Leier, und Atair ist der Hauptstern des Adlers. Die Milchstraße verläuft durch den Adler weiter nach Süden. Knapp über dem Süd-Horizont sehen wir nur in den Sommermonaten das Zentrum der Milchstraße im Sternbild Schütze. Daneben steht der Skorpion mit dem hellen, roten Stern Antares. Dieses eigentlich auffällige Sternbild klettert bei uns aber nie komplett über den Horizont.

Mit dem Fortschreiten der Nacht gehen im Osten neue Sternbilder auf, die schon den kommenden Herbst ankündigen. Am auffälligsten ist der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein fast perfektes Quadrat aus gleich hellen Sternen.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen. Eine Sommernacht bietet in diesem Jahr beste Möglichkeiten, viele Planeten am Himmel zu beobachten.

Die innere Erdnachbarin Venus ist bis etwa Ende Juni noch am Morgenhimmel sichtbar, aber nicht mehr sehr auffällig. Sie wandert durch den Widder, den Stier und die Zwillinge, verschwindet aber mehr und mehr in der hellen Morgendämmerung. Am 14. August steht sie von der Erde aus gesehen hinter der Sonne im Sternbild Krebs – die „obere Konjunktion“ ist erreicht und die Venus steht unsichtbar am Taghimmel.

Auch der äußere Nachbarplanet der Erde, der rötliche Mars, beendet seine abendliche Sichtbarkeitsperiode. Ab Mitte Juni wird man ihn nicht mehr finden können, und auch zuvor ist der rötliche Lichtpunkt nur noch lichtstark wie ein heller Stern. Am 2. September holt ihn dann die Sonne im Sternbild Löwe auf seiner Bahn am Himmel ein und er steht unsichtbar in Konjunktion mit ihr.

Glanzpunkt am Nachthimmel ist dagegen der Riesenplanet Jupiter.  Er hält sich den ganzen Sommer über gut sichtbar im Sternbild Schlangenträger auf, dem „13. Tierkreissternbild“, tief im Süden zwischen den bekannteren Konstellationen Skorpion und Schütze.  Am 10. Juni steht er der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber, in „Opposition“, und ist die ganze Nacht zu sehen. Danach zieht er sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück: Mitte Juli geht er gegen 3:00 MESZ unter. Ende August verschwindet er bereits kurz vor Mitternacht unter dem Horizont, ist also nur noch am Abendhimmel zu sehen.

Der Ringplanet Saturn zieht seine gemächliche Bahn im Sternbild Schütze, nicht allzu weit vom Jupiter entfernt, und ebenfalls sehr südlich im Tierkreis. Beide Planeten halten sich dort auf, wo die Sonne im Winter steht, und erreichen deshalb keine großen Höhen über dem Horizont. Dafür kann man sie in warmen, wenn auch kurzen Sommernächten sehen. Am 9. Juli erreicht der Saturn seine Oppositionsstellung und steht der Sonne genau gegenüber. In den Monaten danach wird auch der Saturn mehr und mehr zum Objekt der zweiten Nachthälfte. Ende August geht er um kurz vor 2:00 Uhr unter. Von allen mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten ist der Saturn am weitesten entfernt, zehnmal weiter weg von der Sonne als die Erde.