Der aktuelle Sternenhimmel

15. September 3:00 MESZ
15. Oktober 1:00 MESZ
15. November 22:00 MEZ
15. Dezember 20:00 MEZ

Sternkarte

Sternkarte Herbst / Winter 2019

Im September bis Dezember werden die Nächte immer länger – es bleibt mehr Zeit zur Beobachtung des Sternenhimmels. Allerdings wird es auch kühler…

Im Westen sind am Abend die Sternbilder des Sommers noch am Himmel zu sehen. Insbesondere das Sommerdreieick ist auch im Herbst noch leicht zu finden. Es besteht aus drei hellen Sternen, die zu drei verschiedenen Sternbildern gehören. Deneb markiert den Schwanz des Schwans, der mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Vega gehört zum kleinen, aber leicht erkennbaren Sternbild Leier, und Atair ist der Hauptstern des Adlers.

Das bekannteste aller Sternbilder, der Große Wagen, steht recht tief im Norden. Der Wagen, der Teil des größeren Sternbilds Große Bärin ist, bildet einen Himmelswegweiser. Verlängert man den Abstand der äußeren Sterne des Wagenkastens etwa fünfmal, gelangt man zum Polarstern, der Deichselspitze des Kleinen Wagens (oder Schwanzspitze des Kleinen Bären). Direkt darunter liegt die Nordrichtung.

Im Süden stehen die Sternbilder des Herbsthimmels. Am auffälligsten ist der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein fast perfektes Quadrat aus gleich hellen Sternen. Daran schließt sich die Sternenkette der Andromeda und der Perseus an. Das Himmels-W der Kassiopeia steht beinahe im Zenit.

Mit dem Fortschreiten der Nacht steigen im Osten die Sternbilder empor, die den Winter ankündigen. Besonders leicht ist der Himmelsjäger Orion mit seinen markanten Gürtelsternen zu finden. Aber auch der Stier mit dem roten Augenstern Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden – auch als Siebengestirn bekannt – fällt auf. Etwas später steigt auch der hellste Stern des gesamten Himmels, der Sirius im Großen Hund, über den südöstlichen Horizont.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen.

Auf unserer Sternkarte, die den herbstlichen Himmelsanblick nach Mitternacht und den abendlichen (Früh-)Winterhimmel darstellt, ist nur die Venus zu sehen. Und auch sie schiebt sich erst in letzten Dezembertagen in das Blickfeld der Karte. Das heißt aber nicht, dass ansonsten keine Planeten zu beobachten sind - sie stehen nur zu anderen Zeiten am Himmel.

Der Riesenplanet Jupiter wandert durch den Schlangenträger, das "13. Sternbild" des Tierkreises, das zwischen Skorpion und Schütze zu finden ist. Er ist im September, Oktober und bis in den November hinein noch am Abendhimmel zu sehen. Ende Dezember steht er mit der Sonne zusammen am Taghimmel.

Der Ringplanet Saturn zieht seine langsame Bahn durch das südliche Sternbild Schütze. Seine Helligkeit ist mit der der hellsten Sterne vergleichbar. Tief im Südwesten kann der fernste mit dem bloßen Auge sichtbare Planet im September und Oktober noch für einige Stunden am Abendhimmel gesehen werden. Im November verkürzt sich die Sichtbarkeitsdauer deutlich, und im Dezember wird der Saturn unbeobachtbar.

Die innere Erdnachbarin Venus taucht im November langsam in der Abenddämmerung auf und beginnt ihre Sichtbarkeitsperiode als "Abendstern". Sie wandert durch den Schlangenträger auf den Jupiter zu, den sie am 24. November, genau auf der grenze zum Sternbild Schütze, passiert. Die hellere Venus kann dann als Aufsuchhilfe für den Jupiter dienen! Die Begegnung spielt sich aber in nur wenigen Grad Höhe tief am Südwesthorizont ab. Am 11. Dezember trifft die Venus im Schützen den Saturn, den man aber wohl nur mit einem Fernglas in der Abenddämmerung erkennen kann. Mitte Dezember wechselt die Venus dann in den Steinbock. Für Beobachter mit einem Teleskop erscheint das Planetenscheibchen noch klein und rundlich - die Venus ist noch weit von der Erde entfernt, wir sehen sie dafür aber fast voll von der Sonne beleuchtet.

Am Morgenhimmel erscheint ab Mitte November langsam wieder der äußere Erdnachbar Mars, der von der Jaungfrau in die Waage wandert. Mitte Dezember geht er immerhin schon etwa drei Stunden vor der Sonne auf. Der "Rote Planet" ist allerdings noch nicht sehr hell - seine tatsächlich rötliche Farbe hilft dabei, ihn unter den helleren Sternen zu identifizieren.

Der innerste und schnelle Planet Merkur ist immer schwer zu sehen, da er sich nie weit von der Sonne entfernt. Anfang Dezember kann man ihn zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr mit etwas Glück am Morgenhimmel im Sternbild Waage erspähen. Spannender mag es sein, zu versuchen, den Merkur am 11. November zu beabachten, wenn er direkt vor der Sonne vorbeizieht. Aber Achtung: Dies ist nur mit einem durch einen Sonnenfilter geeignet geschützten Teleskop, am besten bei einer Sternwarte oder am Planetrium, möglich!