Der aktuelle Sternenhimmel

Sternkarte Juni 2021

 

Der Sternenhimmel Mitte Juni

Der Juni ist der Monat der Sommersonnenwende: Ihre nördlichste Position am Himmel erreicht die Sonne am 21. Juni um genau 5:32 MESZ. Jetzt sind die Tage am längsten und die Nächte am kürzesten – die Sonne geht in Bochum erst um 21:52 Uhr MESZ unter und bereits um 5:14 Uhr wieder auf. Für Astronomen wird es gar nicht mehr komplett dunkel: Die Sonne steht selbst mitten in der Nacht nie weit genug unter dem Horizont, so dass ein Rest von Dämmerung die ganze Nacht erhalten bleibt. Diese „Weißen Nächte“ sind allerdings in Nordeuropa viel auffälliger als bei uns.

Daher sind die Sternbilder des Sommers auch in Juninächten noch sichtbar. Der Große Wagen steht zwei Stunden nach Sonnenuntergang noch hoch im Westen. Den hellen rötlichen Stern Arktur im Bärenhüter findet man, wenn man die Deichsel des Großen Wagens herunterrutscht. Sehr hoch im Süden steht das Sternbild Herkules, das aber zu großflächig ist, um als Figur wirklich aufzufallen. Der Sternenkranz der kleineren Nördlichen Krone genau zwischen dem Arktur und dem Herkules ist da deutlich markanter.

Der Südosten wird von den klassischen Sternbildern des Sommers dominiert. Ihre hellsten Sterne sind gerade für Großstadtbewohner und Anfänger dankbare Beobachtungsobjekte. Sie bilden das „Sommerdreieck“, das aus Vega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler besteht. Besonders der Schwan, der manchmal auch „Kreuz des Nordens“ genannt wird, ist eine leicht erkennbare Figur. Deneb markiert seinen Schwanz. Dann folgen die weit ausgebreiteten Flügel, und auch der Kopfstern Albireo ist hell genug, um mit dem bloßen Auge auch am Stadthimmel gut sichtbar zu sein. Unterhalb des Sommerdreiecks findet man die Tierkreissternbilder Schütze und Skorpion, die aber in Deutschland nie komplett zu sehen sind.

Am Abendhimmel tut sich die Venus in diesem Monat mit ihrer Sichtbarkein noch schwer: Sie geht um kurz nach 23 Uhr unter. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht sie nur noch knapp 4° hoch – damit ist sie trotz ihrer großen Helligkeit noch kein auffälliges Objekt. Der Mars geht zwar erst gegen Mitternacht unter, ist aber nicht mehr heller als einer der helleren Sterne. Die beiden Riesenplaneten Saturn im Steinbock und Jupiter im Wassermann erscheinen dagegen erst nach Mitternacht über dem Horizont.

Highlight des Monats
Partielle Sonnenfinsternis über Bochum am 10. Juni

So sieht eine ringförmige Sonnenfinsternis aus – gesehen am 26. 12. 2019 im Oman durch einen natürlichen Filter aus leichter Bewölkung.
Foto: Daniel Fischer / Planetarium Bochum

Am Mittag des 10. Juni verfinstert sich die Sonne – in Bochum muss man das allerdings vorher wissen, denn mit dem bloßen Auge wird man von der Finsternis nichts bemerken. Im Maximum werden nämlich nur knapp 15% der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Dennoch: Die partielle, also „teilweise“, Finsternis ist mit den richtigen Hilfsmitteln durchaus zu sehen. Der Mond beginnt um 11:23 Uhr MESZ, sich vor die Sonne zu schieben. Das Maximum der Finsternis ist um 12:25 Uhr erreicht, und um 13:32 Uhr, nach zwei Stunden und acht Minuten, ist die Finsternis vorbei.

Äußerst wichtig ist, wie bei jeder Sonnenfinsternis: Der ungeschützte Blick in die Sonne ist gefährlich für die Augen und muss unbedingt vermieden werden! Natürlich ist das Sonnenlicht nicht schädlicher sonst – aber normalerweise schaut ja niemand freiwillig direkt in die grelle Sonne. Wer sich nun dazu zwingt, wird von der Finsternis sicherlich nichts sehen: Das kaum geschwächte Helligkeit der Sonne überstrahlt den kleinen Effekt. Aber die Augen können dauerhaft geschädigt werden. Nur mit einer speziellen Sonnenfinsternis-Brille, die das Auge schützt, ist die angeknabberte Sonne gefahrlos zu beobachten.

Für Beobachter weiter im Norden wird der Grad der Bedeckung größer: In Oslo zum Beispiel sind es schon gut 30%. Maximal wird der Bedeckung in der Arktis, in einem Streifen, der von Nordkanada über Grönland und den Nordpol bis ins nordöstliche Asien reicht. Allerdings ist der Mond auf seiner elliptischen Bahn zu weit von der Erde entfernt, um die Sonne ganz zu bedecken: Ein schmaler, greller Ring von Sonnenlicht bleibt sichtbar. Eine solche Finsternis nennt man naheliegenderweise eine „ringförmige“.

Am 4. Dezember dieses Jahres findet dagegen eine totale Sonnenfinsternis statt. Allerdings lohnt sich das Warten darauf nicht: Der Streifen der totalen Verfinsterung berührt nur in der Antarktis Land. Von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus ist selbst die partielle Phase unbeobachtbar.

Sollte am 10. Juni in Bochum das Wetter nicht mitspielen oder gerade keine Finsternis-Brille zur Hand sein: Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien bietet gemeinsam mit der Vereinigung der Sternfreunde einen Livestream an, der auch über unsere Homepage zu finden ist.