Der aktuelle Sternenhimmel

 

Sternkarte Dezember 2022

 

Der Sternenhimmel Mitte Dezember

Der Dezember ist der Monat der Wintersonnenwende: Exakt um 22:48 Uhr am 21. Dezember erreicht die Sonne den südlichsten Punkt auf ihrem Weg über den Himmel. Astronomisch beginnt erst dann der Winter. Die Nacht ist in Bochum mehr als 16 Stunden lang, und selbst zu Mittag steht die Sonne nur gut 15° hoch.

Am Abend, gegen 19 Uhr, finden sich die Sternbilder des Herbstes noch hoch im Süden und Südwesten. Der Pegasus und der Perseus sind gut zu sehen, und das Himmels-W der Kassiopeia steht hoch über unseren Köpfen beinahe im Zenit. 

Der Ringplanet Saturn im Sternbild Steinbock geht kurz nach 21 Uhr unter. Der helle Planet Jupiter in den Fischen verschwindet dagegen erst nach Mitternacht unter dem Horizont und ist ein Glanzpunkt am Abendhimmel. 

Die Sternbilder, die uns durch eine ganze Dezembernacht begleiten, sind bereits am Abend im Osten zu sehen. Gegen Mitternacht stehen sie dann hoch im Süden und glänzen mit vielen hellen Sternen. Sechs der hellsten, die zu sechs verschiedenen Sternbildern gehören, fasst man als „Wintersechseck“ zusammen: Das sind Rigel, der Fußstern des Orion, Aldebaran, das rote Auge des Stiers, Capella im Fuhrmann, Castor, einer der beiden fast gleich hellen Hauptsterne der Zwillinge, Procyon im Kleinen Hund und schließlich der hellste Stern des gesamten Himmels, der Sirius im Großen Hund. 

Am auffälligsten unter den Wintersternbildern mag der Orion sein, der große Himmelsjäger, um den sich schon in der Antike viele Sagen rankten. Eine davon erzählt, dass der Jäger sich in sieben Schwestern, Plejaden genannt, verliebte und begann, ihnen nachzustellen. Der Göttervater Zeus versetzte die Plejaden ebenso wie den Orion an den Himmel. Der Himmeljäger verfolgt die Plejaden, das bekannte Siebengestirn, noch heute – da sie aber westlich von ihm im Rücken des Sternbilds Stier stehen, kann er sie niemals erreichen.

 

Von dunklen Standorten außerhalb der Städte ist im Dezember das Band der Milchstraße gut zu sehen, das sich hoch am Himmel durch das Wintersechseck in Richtung Kassiopeia zieht. Das diffus schimmernde Band besteht aus dem kombinierten Licht von unzähligen schwachen Sternen, die nicht mit dem bloßen Auge sichtbar sind.

 

Highlight des Monats:
Der Mars in Erdnähe

 

Der Mars mit seinen Polkappen und Wolken über den höchsten Bergen
Foto: NASA, frei verwendbar

Der Stier, eines der markanten Wintersternbilder, sieht in diesem Jahr anders aus als normalerweise: Nicht weit vom orange-roten Hauptstern Aldebaran entfernt steht ein ebenfalls rötliches Objekt, das aber viel heller als die hellsten Sterne ist. Das ist der Planet Mars, der äußere Nachbar der Erde, der im Dezember die gesamte Nacht lang zu sehen ist.

Am 8. Dezember steht der Mars auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenüber. Dann ist er der Erde am nächsten und am auffälligsten. Am Morgen des 8. Dezember findet zusätzlich noch ein besonderes Himmelsereignis statt: Zwischen 6 Uhr und 7 Uhr bedeckt der Vollmond den Mars. Zu Beginn der Bedeckung steht der Mond noch 22° hoch im Westen. Da der Vollmond sehr hell ist, sollte man zur Beobachtung am besten ein Fernglas benutzen, wenn eines vorhanden ist, damit der Mars nicht vom Mondlicht überstrahlt wird. Während der ganzen Nacht kann man gut verfolgen, wie der Mond dem Mars immer näherkommt.


Mars: Der Olympus Mons ist der höchste Berg im Sonnensystem.
Foto: NASA, frei verwendbar

Der Mars ist zwar nur halb so groß wie die Erde, aber doch der erdähnlichste Planet im Sonnensystem. Zwar beträgt seine Durchschnittstemperatur frostige -60 °C, und seine Lufthülle hat nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre. Aber es gibt an den Polen und unter der Oberfläche Eis, und über erloschenen Vulkanen bilden sich dünne Wolken. Einer diese Berge, der Olympus Mons, ist mit 26.000 Metern der höchste im Sonnensystem.

Mars: Blick in das Canyon-System der Valles Marineris
Foto: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO-Lizenz, frei verwendbar
 

Vor Milliarden Jahren schossen Fluten durch tiefe Canyons und gruben Flusstäler, denen man ihren Ursprung noch heute ansieht. Eines dieser Canyonsysteme, die Valles Marineris, sind mehr als 4000 Kilometer lang und bis zu 7 Kilometer tief. Auch Seen gab es auf dem Mars, und vielleicht auf der Nordhalbkugel sogar ein flaches Meer.

Der Mars-Rover Perseverance erreicht ein Milliarden Jahre altes Flussdelta.
Foto: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS, frei verwendbar
 

Um diese nasse und warme Vergangenheit des Mars zu erforschen, schicken wir immer neue Raumsonden zum „Roten Planeten“, der seine Farbe übrigens Eisenmineralien im Boden verdankt. Im Moment ist ein rundes Dutzend auf und über dem Mars aktiv. Darunter sind ferngesteuerte Fahrzeuge, von denen das neueste, „Perseverance“ oder „Ausdauer“ genannt, in einem uralten, längst ausgetrockneten Kratersee unterwegs ist. Dort erforscht der Rover ein riesiges Flussdelta, das kilometerhohe Ablagerungen hinterlassen hat. Nach und nach kommen wir so der Antwort auf die Frage näher, wie lebensfreundlich der junge Mars tatsächlich war.