Der aktuelle Sternenhimmel

Sternkarte Mitte September 2021


Der Sternenhimmel Mitte September

Der September ist der Monat der Tag-und-Nachtgleiche. Die Sonne überquert am 22. September den Himmelsäquator in Richtung Süden. An diesem Tag steht die Sonne auf der ganzen Erde zwölf Stunden über dem Horizont und geht genau im Westen unter. Bei uns beginnt damit der Herbst, während auf der Südhalbkugel der Frühling seinen Anfang nimmt.

Kurz nach Sonnenuntergang, noch in der hellen Dämmerung, macht sich im Westen die helle Venus als Abendstern bemerkbar. Sie verschwindet aber schon gegen 22 Uhr unter dem Horizont, kaum mehr als eine Stunde nach der Sonne. Auffällig ist der innere Nachbarplanet der Erde damit nicht.

Das große Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Vega in der Leier, Atair im Adler und Deneb im Schwan, dominiert auch an einem Septemberabend noch den Himmel im Süden und Südwesten. Darunter fallen die beiden Riesenplaneten Saturn im Steinbock und Jupiter im Wassermann ins Auge. Der Jupiter ist – abgesehen vom Mond - das hellste Objekt am Nachthimmel und kaum zu übersehen. Obwohl die beiden Planeten schon im August der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber standen und daher die ganze Nacht sichtbar waren, sind sie für den gelegentlichen Himmelsbeobachter im September fast noch besser sehen: Sie verschwinden zwar vor Sonnenaufgang schon wieder unter dem Horizont, stehen dafür aber zu günstigen Beobachtungszeiten am Abend schon recht hoch im Südosten oder Süden.

Im Osten gehen die Sternbilder auf, die uns durch die länger werdenden Herbstnächte begleiten. Das einprägsame Himmels-W der Königin Cassiopeia steht am späteren Abend schon hoch am Himmel. Darunter findet man die Sternenkette der Andromeda, die der Sage nach die Tochter der Cassiopeia war. Östlich schließt sich der Held Perseus an, der – derselben antiken Geschichte zufolge – die Prinzessin aus großer Gefahr rettete. Westlich der Andromeda finden wir ein weiteres leicht erkennbares Sternbild: Die hellsten Sterne des Pegasus, der Sage nach ein fliegendes Pferd, bilden am Himmel ein beinahe perfektes Quadrat, das manchmal auch als „Herbstquadrat“ bezeichnet wird. Unterhalb des Pegasus und der Andromeda liegen die Tierkreissternbilder Fische und Widder. Während die beiden Fische als Figur noch recht gut als zwei Sternenellipsen erkennbar sind, ist der Widder ein eher unauffälliges Sternbild ohne helle Sterne.


Highlight des Monats
Fomalhaut – Einer der hellsten Sterne

Das Weltraumteleskop Hubble und das Radioteleskop ALMA konnten eine komplexe Scheibe aus Staub um den Stern Fomalhaut abbilden.
Foto: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO) und NASA/ESA Hubble Space Telescope


Der September ist ein guter Monat, um einen der hellsten Sterne am Himmel aufzuspüren: Fomalhaut, der Hauptstern des Sternbilds Südlicher Fisch, steht gegen Mitternacht fast genau im Süden. Er ist in Gegend, die arm an hellen Sternen ist, ein eigentlich auffälliges Objekt. Allerdings steigt der Stern nur etwa 10° über den Horizont, was vermutlich der Grund dafür ist, dass er mitteleuropäischen Himmelsbeobachtern eher unbekannt ist. In diesem Jahr kann der helle Riesenplanet Jupiter als Aufsuchhilfe dienen: Fomalhaut ist der hellste Stern, der südöstlich des Riesenplaneten zu finden ist.

Der Name Fomalhaut stammt wie viele Sternnamen aus dem Arabischen und bedeutet „Maul des Fisches“. In der Tat markiert Fomalhaut in vielen Darstellungen des Sternbilds Südlicher Fisch dessen geöffnetes Maul, trinkt der mythische Fisch doch das Wasser, das der direkt nördlich gelegene Wassermann verschüttet. Der Südliche Fisch gehört zu den Sternbildern, die schon die Babylonier vor mehr als 3000 Jahren kannten. Neben Fomalhaut enthält es keine auffälligen Sterne.

Mit nur 25 Lichtjahren Entfernung ist Fomalhaut ein naher Stern. Er ist etwa 15-mal leuchtkräftiger als unsere Sonne und mit maximal 400 Millionen Jahren nur etwa ein Zehntel so alt. Große Teleskope entdeckten schon mehr als 20 Jahren, dass Fomalhaut von einer komplexen Staubscheibe umgeben ist. In solchen Scheiben entstehen neue Planeten, und tatsächlich wird über einen oder mehrere Planeten spekuliert, die den Stern umkreisen. Einer dieser Planeten soll in einem Staubband umlaufen, das mehr als 100-mal weiter vom Stern entfernt ist als die Erde von der Sonne. Aber diese Entdeckung ist kontrovers: Neuere Beobachtungen deuten darauf hin, dass der „Planet“ nur eine besonders dichte Stelle im Staub ist. Wahrscheinlicher ist die Existenz von zwei weiteren Planeten, die dem Staubband seine Form geben.