Der aktuelle Sternenhimmel Frühjahr / Sommer 2018

Sternkarte
15. Mai 3:00 MESZ
15. Juni 1:00 MESZ
15. Juli 23:00 MESZ
15. August 21:00 MESZ
15. September 19:00 MESZ

Sternkarte Frühjahr / Sommer 2018

Die Nächte in den Monaten Mai bis September können wunderbar mild sein und laden dazu ein, lange draußen zu bleiben und den Himmel zu beobachten. Allerdings sind sie auch recht kurz. Vom 25. Mai bis zum 18. Juli wird es – astronomisch gesehen – im Ruhrgebiet gar nicht richtig dunkel. Die Sonne steht nie tiefer als 18° unter dem Horizont. Ein kleiner Rest der Dämmerung ist im Norden sogar mitten in der Nacht zu sehen. Diese „Weißen Nächte“ sind weiter im Norden aber viel ausgeprägter. In unseren Breiten sind die schönsten und einprägsamsten Sternbilder auch im Sommer sichtbar!

Im Südwesten verabschieden sich die Frühjahrssternbilder von der Himmelbühne. Das bekannteste und auffälligste von ihnen ist der Löwe. Ebenfalls leicht sichtbar ist der Bärenhüter, mit lateinischem Namen Bootes genannt. Sein Hauptstern Arktur leuchtet rötlich. Der Arktur bildet das untere Ende einer drachenförmigen Figur. Nicht ganz so leicht ist es, das dritte der klassischen Frühlingssternbilder als Figur zu sehen: Von der Jungfrau fällt vor allem ihr hellster Stern Spica, die ‚Kornähre’ auf.

Unter den Sternen des Sommerhimmels ist insbesondere das Sommerdreieck leicht zu finden. Es besteht aus drei hellen Sternen, die zu drei verschiedenen Sternbildern gehören. Deneb markiert den Schwanz des Schwans, der mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Vega gehört zum kleinen, aber leicht erkennbaren Sternbild Leier, und Atair ist der Hauptstern des Adlers. Die Milchstraße verläuft durch den Adler weiter nach Süden. Knapp über dem Süd-Horizont sehen wir nur in den Sommermonaten das Zentrum der Milchstraße im Sternbild Schütze. Daneben steht der Skorpion mit dem hellen, roten Stern Antares. Dieses eigentlich auffällige Sternbild klettert bei uns aber nie komplett über den Horizont.

Mit dem Fortschreiten der Nacht gehen im Osten neue Sternbilder auf, die schon den kommenden Herbst ankündigen. Am auffälligsten ist der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein fast perfektes Quadrat aus gleich hellen Sternen.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen. Eine Sommernacht bietet in diesem Jahr beste Möglichkeiten, viele Planeten am Himmel zu beobachten.

Die innere Erdnachbarin Venus spielt den ganzen Sommer über ihre Rolle als glänzender Abendstern. Sie wandert durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe und Jungfrau. Am 17. August erreicht sie im Sternbild Jungfrau ihren größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Mit größter Helligkeit, im „größten Glanz“, leuchtet sie zwar erst im September, aber dann geht sie bereits gegen 19:30 Uhr unter, weniger als eine Stunde nach der Sonne. Im Juni verschwindet sie dagegen erst gegen Mitternacht MESZ unter dem Horizont.

Der Riesenplanet Jupiter steht den ganzen Sommer über gut sichtbar im Sternbild Waage.
Am 9. Mai steht er der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber, in „Opposition“, und ist die ganze Nacht zu sehen. Dabei zieht er sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück: Mitte Juni geht er gegen 3:30 MESZ unter. Mitte August verschwindet er bereits gegen 23:30 Uhr MESZ unter dem Horizont, ist also nur noch am Abendhimmel zu sehen.

Der Ringplanet Saturn zieht seine gemächliche Bahn im Sternbild Schütze. Am 27.Juni erreicht er seine Oppositionsstellung und ist Planet der ganzen (allerdings kurzen) Nacht. In den Monaten danach wird er mehr und mehr zum Objekt des Abendhimmels. Von allen mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten ist der Saturn am weitesten entfernt, zehnmal weiter weg von der Sonne als die Erde.

Ein Glanzpunkt am Himmel ist in diesem Sommer der äußere Nachbarplanet der Erde, der rötliche Mars. Seine Oppositionsstellung erreicht er am 27. Juli im Sternbild Steinbock. Dann ist er sogar heller als der Jupiter und die gesamte Nacht sichtbar – allerdings steht er recht südlich. Bei seiner diesjährigen Opposition ist der Mars besonders hell, denn er steht der Erde so nah wir seit 2003 nicht mehr. Am 27. Juli lohnt es sich ganz besonders, zum Himmel zu schauen, denn es findet eine totale Mondfinsternis statt – und der verfinsterte Mond steht nicht weit vom Mars entfernt!