Am Mittwoch, dem 12. August, erwartet uns das wohl spektakulärste astronomische Ereignis des Jahres: eine Sonnenfinsternis, die in einer nur wenige hundert Kilometer breiten Zone von Sibirien über Grönland, den Atlantik und Nordspanien als totale Finsternis sichtbar ist. Die Zone der Totalität endet bei Sonnenuntergang unweit der Balearen-Insel Mallorca im Mittelmeer.
Nur in dieser schmalen Zone schiebt sich der Neumond komplett zwischen Erde und Sonne und die Sonnenkorona, die mehrere Millionen Grad heiße, dünne äußere Atmosphäre der Sonne, wird für - in Spanien - weniger als 2 Minuten sichtbar.
Aber auch in Bochum kann die Finsternis gesehen werden, wenn auch nicht total: Um 19:17 Uhr MESZ beginnt der Neumond sich vor die Sonne zu schieben. Um 20:11 Uhr erreicht die Bedeckung ihr Maximum und um 21:03 Uhr endet sie. Allerdings geht die Sonne schon 4 Minuten vorher, um 20:59 Uhr, unter. Die Finsternis erreicht in Bochum eine Größe von fast 0,9. Das bedeutet, dass der Mond beinahe 90% des Sonnendurchmessers (um genau zu sein: 89,7%) bedeckt. Der Mond deckt dann 87,7% der Fläche der Sonne ab, nur minimal weniger als den Durchmesser. Das reicht, um es merklich dunkler werden zu lassen. Nur eine schmale Sonnen-Sichel bleibt sichtbar. Diese Sichel bleibt aber immer so hell, dass eine geeignete Sonnenfinsternis-Brille – erhältlich zum Beispiel im Planetariums-Shop - für die Beobachtung unbedingt erforderlich ist!
Die Finsternis ist für Bochum die tiefste, also die mit der größten Bedeckung der Sonne, für die nächsten mehr als 50 Jahre, bis 2081. Damit ist sie ein sehr seltenes und besonderes Himmelsereignis. Allerdings steht die Sonne zum Finsternis-Maximum nur noch 6° über dem nordwestlichen Horizont, zu Beginn sind es immerhin gut 14°. Es ist also wichtig, möglichst schon einige Tage zuvor, wenn die Sonne in etwa an der gleichen Stelle untergeht wie am Tag der Finsternis, einen guten Platz für die Beobachtung zu wählen, an dem die Sonne nicht durch Bäume oder einen nicht genügend freien Horizont verdeckt ist.
Wenn der Mond die Sonne nach und nach wieder freigibt, sollte wieder heller werden. Da die Sonne gleichzeitig aber immer tiefer in Richtung Horizont sinkt, wird die Entwicklung der Helligkeit von den konkreten – und nicht wirklich vorhersehbaren – atmosphärischen Bedingungen nah am Horizont abhängen.
Neben der Beobachtung durch eine Finsternisbrille gibt es die Möglichkeit, die Finsternis auf sichere Weise durch eine Projektion zu verfolgen. Die einfachste Variante ist eine Lochkamera, die man leicht selbst herstellen kann, indem man ein kleines Loch in eine Pappe sticht oder schneidet. Auf dem Boden erscheint dann ein Bild der Sonne, das mit fortschreitender Verfinsterung zu einer immer schmaleren Sichel wird. Auch die Blätter eines Baumes oder ein Küchensieb oder Durchschlag können die gleiche Funktion erfüllen.
Vielerorts finden auch Veranstaltungen zur Sonnenfinsternis mit öffentlichen Beobachtungen statt. Die Veranstaltung am Planetarium ist leider bereits ausgebucht, aber auf der Seite zur deutschlandweiten „Langen Nacht der Astronomie“ (https://www.lange-nacht-der-astronomie.de/) sind viele weitere Angebote einschließlich spannender Livestreams, die auch die in Deutschland nicht sichtbare Totalität zeigen, zu finden.