Das Sternbild Herkules, westlich neben dem Sommerdreieck, ist an einem Juliabend optimal sichtbar: Kurz vor Mittenacht findet man ihn im Süden in eine Höhe von etwa 70°. Der Herkules ist zwar das fünftgrößte Sternbild am gesamten Himmel, aber trotz – oder vielleicht sogar wegen - seiner Ausdehnung eher unauffällig. Sehr helle Sterne enthält das Sternbild nicht, aber sein zentrales Sternentrapez ist recht markant. Das gesamte Sternenmuster, das den antiken Helden Herkules zeigt, ist dagegen nur schwer erkennbar.
Herkules war der mit großen Kräften ausgestattete Sohn des Göttervaters Zeus und der Sterblichen Alkmene. Der Held vollbrachte der Sage nach große Taten, wahre „Herkulesaufgaben“. Nach seinem Tod wurde er in den Olymp aufgenommen und als Sternbild an den Himmel versetzt. In vielen Darstellungen des Sternbilds erinnern Keule, Bogen, das Fell des Nemeischen Löwen und die abgeschlagenen Köpfe der Hydra an seine Taten.
Der Herkules enthält ein ganz besonderes Himmelsobjekt: Der „Große Sternhaufen“ im Herkules ist mehr als 20.000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält mehrere hunderttausend Sterne. Damit ist er ist ein wahres Highlight am Julihimmel! Unter perfekten Bedingungen ohne Mondlicht und von einem dunklen Standort aus, kann man den Sternhaufen sogar mit dem bloßen Auge erkennen. Ein kleines Fernglas zeigt ihn auch bei „normalen“ Ruhrgebiets-Verhältnissen als diffuses Fleckchen, das im Innenbereich heller als außen ist.
Der Sternhaufen liegt genau auf der Verbindungslinie der beiden rechten Sterne im zentralen Trapez des Sternbilds Herkules, etwas näher am oberen Stern.
Erstmals beschrieben wurde der Sternhaufen vom für „seinen“ Kometen berühmt gewordenen britischen Astronomen Edmund Halley im Jahr 1714. Charles Messier nahm ihn in seinen 1771 erschienenen Katalog heller „Nebel“ auf – dort bekam er die Nummer 13 und ist daher auch als „M13“ bekannt. Dass der diffuse Nebelfleck aus unzähligen einzelnen Sternen besteht, wurde erst einige Jahrzehnte später klar, als die Teleskope größer und besser wurden.
Wir zählen M13 wegen seiner Form zu den Kugelsternhaufen. Heute wissen wir, dass er uralt ist: Er entstand vor fast 12 Milliarden Jahren und ist damit etwa 2 ½-mal älter als unsere Sonne.